Eisschmelze, Foto von Juergen Kurlvink/flickr.com

Eisschmelze, Foto von Juergen Kurlvink/flickr.com

In der Arktis kündigt sich auch in diesem Jahr wieder ein neuer Negativ-Rekord beim Meereis an. Dieser wurde vier Jahren gemessen und Forscher bestätigen nun, dass die Eisdecke auch in diesem Sommer ihre Umzugskartons gepackt hat und rapide schrumpft. Das kann bis zu dem Tiefpunkt aus 2007 und sogar noch niedrigeren Werten führen. Die Ausdehnung des Eises war damals auf eine Fläche von 4,3 Millionen Quadratkilometer zurückgegangen.
Der Polar- und Meeresforschung wird durch Satellitenkarten angezeigt, wie viel Eis in den kommenden Tagen noch tauen wird. Experten geben an, dass die Eisdecke so weit aufgebrochen sei, dass die Sonneneinstrahlung die oberste Wasserschicht erwärmen kann. Das würde zu weiterem Schmelzen von Eisschollen führen. In diesem Jahr verteilen sich die Eismassen jedoch anders, so die Experten. Es gäbe auffallend große Flächen innerhalb der Packeis-Zone wie beispielsweise in der Laptev-See im Norden Russlands, die seit Anfang August wachsen und mittlerweile die Größe Hollands haben. Aus ihrer Sicht spielt neben der geringen Dicke des Meereises in diesem Sommer, die noch 2001 etwa zwei Meter maß und nun nur noch 90 Zentimeter, auch der ständige Transport von Meereis in eisfreie Regionen des Nordpolarmeeres eine Rolle. Die dorthin driftenden Schollen schmelzen wegen der hohen Wassertemperaturen schnell ab.

Zeitgleich mit dem Schrumpfen des Meereises, wächst das Interesse an den Rohstoffen, die man rund um den Nordpol vermutet. Nach Meinung von Wissenschaftlern ließe sich der Abbau dieser Rohstoffe kaum verhindern, jedoch sind Ölbohrungen im Arktischen Ozean mit einer Vielzahl an Risiken verbunden. Noch mehr als in anderen Regionen, könnte mit Probleme oder Unfälle hier nur schwer umgegangen werden. Der Umgang mit Ölverschmutzungen im Eismeer ist noch unbekannt, Hilfsschiffe nicht schnell verfügbar und auch die Dunkelheit, die über das halbe Jahr währt, würde zusätzliche Probleme bereiten. Doch auch ohne große Katastrophen kommt es bei zunehmender Schifffahrt schon zu stärkerer Umweltbelastung.

Greenpeace Logo, Foto: jesus manzano_flickr

Im Auftrag der Umwelt-Organisation Greenpeace wurden unter dem Motto „Schmutzige Wäsche 2“ kürzlich Textilien auf Rückstände giftiger Chemikalien untersucht. Mit einem verheerenden Ergebnis: In 52 von insgesamt 78 überprüften Produkten fanden sich Rückstände der Chemikalien-Gruppe Nonylphenolethoxylate, kurz NPE. Doch nicht nur Billig-Klamotten wurden untersucht, auch Textilien namhafter Hersteller sind betroffen. Insgesamt wurden Artikel aus 18 Ländern unter die Lupe genommen, für Deutschland wurden vier belastete Artikel von Nike, Kappa, Puma und Li Ning aufgedeckt. Im ersten Teil der Untersuchung wurden im Juni 2011 Abwasserproben an chinesischen Textilfabriken genommen, die die starke Verbreitung von NPE im Grundwasser belegen.

Wer NPE-verseuchte Kleidung trägt, setzt sich zum Glück keinem unmittelbaren Gesundheitsrisiko aus. Doch Studien beweisen, dass das aus NPE entstehende Nonylphenol Lebewesen im Wasser schädigt. Sind Wasserlebewesen längere Zeit NPE ausgesetzt, gibt es immer weniger männlichen Nachwuchs, bis die Tiere schließlich ganz aussterben. Bei Versuchen mit Ratten hatte sich darüber hinaus gezeigt, dass Chemikalien aus dieser Stoffgruppe den Hormonhaushalt der Tiere verändern, die Spermien reduzieren und beim Nachwuchs Verhaltensauffälligkeiten auslösen können. Für die Länder, die im großen Stil Textilien produzieren, ist die weitläufige Verwendung von NPE also sehr wohl ein großes Problem: Die giftigen Stoffe fließen in großen Mengen unkontrolliert ins Trinkwasser. So erreicht die Substanz schließlich auch den menschlichen Organismus.

In der Europäischen Union ist der Einsatz von NPE und Konsorten seit 2009 fast gänzlich verboten. Importierte Textilien dürften eigentlich nur ein Gramm Nonylphenol pro Kilogramm enthalten. In anderen Ländern aber sind sie nach wie vor völlig legal und werden weiterhin als Tenside in Waschmitteln verwendet. Puma und Nike haben sich nach der Veröffentlichung der alarmierenden Studie dazu verpflichtet, bis 2020 auf alle gefährlichen Chemikalien in der Produktion zu verzichten und umfangreiche Kontrollen durchzuführen.

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