Für alles gibt es ja eine Art Verein, die sich als “Freunde” von irgendetwas sehen. Es gibt die Freunde des Baumes, die sogenannten “Philodendron” oder die Freunde eines guten Cognacs. Gerade in Zeiten wie diesen, wo immer mehr Menschen sich aus unerfindlichen Gründen dazu berufen fühlen, die Natur zu schützen, keimen kleine konspirative Zellen auf, die sich dann Freunde des “Walfisches” oder “Delphinfreunde” oder aber halt ganz allgemein gehalten als Freunde “der Welt” bezeichnen. Sie lieben die Welt wie man vor hundert Jahren lieber ein üppiges Weib geliebt hätte und sind bereit alles für die Welt zu tun. Dass die Welt sie nicht zurück liebt ist ihrer bedingungslosen Liebe schnuppe. Sie kämpfen und agitieren und streiten sich für die Welt und das, was sie glauben, was die Welt braucht. Sie wissen immer, was das was sie lieben unbedingt braucht und sie selbst stehen dabei aus einer heimlichen Eitelkeit ganz weit oben. Vor allem Klima und Ozon, aber auch Regenwald ist wichtig für sie. Aus diesem Grund lassen sie sich unheimliche Bärte von phantastischem Umfang wachsen und ziehen alte Lumpen an, die sie bei der Caritas stehlen. Anhand dieser Uniform erkennen sich die Kosmopoliten Weltliebhaber überall wieder, schütteln sich freundschaftlich die Hand, denn sie haben den gleichen Feind. Um das zu unterstreichen und “damit endlich mal was passiert!” schreiben sie Wünsche auf Pappdeckel, um sie in der Folge an Besenstiele zu kleben. Diese halten sie dann bei Versammlungen in die Kamera und machen ein wütendes Gesicht, um ihre Botschaft mit aller möglichen Nachdrücklichkeit zu unterstreichen.
Verfasst in Mensch & Umwelt am 15/12/2011
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