Im Watt zwischen Ems und Elbe tummeln sich gerade so viele Seehunde wie noch nie. Bei ihren Kontrollflügen in diesem Sommer zählten die Beobachter mehr als 7400 Tiere. Nach dem Seehundsterben von vor ein paar Jahren ist dies eine gute Erholung. Die Aufzeichnungen gibt es seit dem Jahr 1958. Der diesjährige Wert übertrifft den bisherigen Spitzenwert aus dem Vorjahr um knapp 800 Tiere. Der Bestand der Jungtiere ist im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleich geblieben: Mit derzeit 1606 Jungtieren liegt der Wert nur leicht unter der Vorjahreszahl (1648). Nicht nur hat sich der Bestand der Seehunde gut erholt, auch machen Sie in diesem Jahr einen gesunden und gestärkten Eindruck, ohne Anzeichen von Erkrankungen.
Dabei hat die Entwicklung vor neun Jahren noch dramatisch ausgesehen: Als Folge einer Viruserkrankung gab es an der Küste ein massives Seehundsterben, damals wurden 3851 (bei einem Bestand im niedersächsischen Bereich von rund 6500 Tiere) Seehunde tot entdeckt. Seit 2004 geht der Trend kontinuierlich nach oben: 2004 gab es etwa 4000 Seehunden, darunter 1000 Jungtiere. 2005 lag der Bestand bereits bei 4837 Tieren (1176 Jungtiere).
Das Seehundzählen funktioniert nur während der Zeit der Jungtieraufzucht und des Haarwechsels. In dieser Phase liegen die Tiere auf den Sandbänken zwischen der Küste und den Inseln. Eine weitere Voraussetzung für das Aufnehmen des Bestands ist Niedrigwasser. Um die Zählung durchzuführen, starten drei Kleinflugzeuge gleichzeitig ab Emden, Mariensiel bei Wilhelmshaven und Luneplate bei Bremerhaven. Das jährliche Monitoring wird von Oldenburg aus koordiniert. Die Zählung wird als Folge eines internationalen Schutzabkommens durchgeführt, an dem sich Niedersachsen und Schleswig- Holstein, Dänemark und die Niederlande beteiligen. Finanziert werden die jährlichen Flüge durch die Jagdabgabemitteln der Jägerinnen und Jäger in der Gegend. Das Zählen wird meist ehrenamtlich von mehreren niedersächsischen Jäger übernommen.

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