© Miredi - Fotolia.com

© Miredi - Fotolia.com

Die Natur ist ein Alleskönner. Ohne Wälder würden Menschen nicht atmen können. Zudem schützt er vor Sandstürmen und Hochwasser. Außerdem hat er eine beruhigende Auswirkung auf die Psyche des Menschen.

In Deutschland gibt es ca. 45.000 Kilometer Wallhecke, die aus Sträuchern, Zierpappeln, Haseln und Schlehen bestehen. 

Die Knicks sind ein Grund dafür, warum es in Norddeutschland ein anderes Mikroklima gibt, als im Süden des Landes. Hier werden die Winde von den Knicks gestoppt. So bleicht der Boden immer etwas feucht und die Krume schwindet nicht. Die Bodenerosion hat keine Chance. Auf Grund dessen hat die Regierung ein Gesetz erlassen, in dem die Knicks unter dem Bundesnaturschutz stehen. 

Die Wichtigkeit des Schutzes zeigt sich in dem Beispiel aus dem Jahr 2010/11. In Schleswig-Holstein gab es in den Wintermonaten viele Windstürme, die bei Schneefällen viel Chaos angerichtet haben. Mit mehr Knicks und Wallhecken hätte es dies nicht gegeben. Naturschutzbeauftragter Ingo Ludwichowski spricht sich ebenso für den höheren Wald- und Knickanteil aus, der dem Menschen in vielen Belangen helfen kann. 

Wie wichtig die Knicks sind, zeigt die Verkehrskatastrophe in Mecklenburg-Vorpommern. Im Frühjahr 2011 gab es auf Grund eines Sandsturms, auf der A19 bei Rostock eine Massenkarambolage. 40 Autos waren daran beteiligt. Acht Personen starben. In den wenigen Minuten des Sandsturms war es den Fahrern unmöglich vorausschauend zu fahren. Die Sicht war so schlecht, dass die Fahrzeuge binnen weniger Momente ineinander fuhren.  

Verantwortlich war dafür der trockene und starke Wind sowie die offenen Böden. Dies lösten die Acker, die sich neben der Fahrbahn befanden aus. Hätte es mehr Hecken und Knicks gegeben, wäre der Sandsturm nicht so heftig aufgetreten.   Es wird Zeit, dass die Länder ein einheitliches Gesetz verabschieden, das die Bevölkerung vor weiteren Katastrophen schützt. 

Heuler im Wattenmeer, Foto: dsdsdsdsds_flickr

Im Watt zwischen Ems und Elbe tummeln sich gerade so viele Seehunde wie noch nie. Bei ihren Kontrollflügen in diesem Sommer zählten die Beobachter mehr als 7400 Tiere. Nach dem Seehundsterben von vor ein paar Jahren ist dies eine gute Erholung. Die Aufzeichnungen gibt es seit dem Jahr 1958. Der diesjährige Wert übertrifft den bisherigen Spitzenwert aus dem Vorjahr um knapp 800 Tiere. Der Bestand der Jungtiere ist im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleich geblieben: Mit derzeit 1606 Jungtieren liegt der Wert nur leicht unter der Vorjahreszahl (1648). Nicht nur hat sich der Bestand der Seehunde gut erholt, auch machen Sie in diesem Jahr einen gesunden und gestärkten Eindruck, ohne Anzeichen von Erkrankungen.

Dabei hat die Entwicklung vor neun Jahren noch dramatisch ausgesehen: Als Folge einer Viruserkrankung gab es an der Küste ein massives Seehundsterben, damals wurden 3851 (bei einem Bestand im niedersächsischen Bereich von rund 6500 Tiere) Seehunde tot entdeckt. Seit 2004 geht der Trend kontinuierlich nach oben: 2004 gab es etwa 4000 Seehunden, darunter 1000 Jungtiere. 2005 lag der Bestand bereits bei 4837 Tieren (1176 Jungtiere).

Das Seehundzählen funktioniert nur während der Zeit der Jungtieraufzucht und des Haarwechsels. In dieser Phase liegen die Tiere auf den Sandbänken zwischen der Küste und den Inseln. Eine weitere Voraussetzung für das Aufnehmen des Bestands ist Niedrigwasser. Um die Zählung durchzuführen, starten drei Kleinflugzeuge gleichzeitig ab Emden, Mariensiel bei Wilhelmshaven und Luneplate bei Bremerhaven. Das jährliche Monitoring wird von Oldenburg aus koordiniert. Die Zählung wird als Folge eines internationalen Schutzabkommens durchgeführt, an dem sich Niedersachsen und Schleswig- Holstein, Dänemark und die Niederlande beteiligen. Finanziert werden die jährlichen Flüge durch die Jagdabgabemitteln der Jägerinnen und Jäger in der Gegend. Das Zählen wird meist ehrenamtlich von mehreren niedersächsischen Jäger übernommen.

Weißwangen-Gibbon, Quelle: grendelkhan_flickr

Ein lautes morgendliches Rufen und Brüllen aus der Ferne ließ eine Gruppe von Forschern im dichten Urwald Nord Vietnams aufhorchen. Wollten sie zunächst ihren Ohren nicht trauen wurde die zaghafte Hoffnung auf einen Sensationsfund bald zu Gewissheit. Dort, im geschütztem Dschungel, lebte eine 450 – köpfige Population der fast ausgestorbenen Weißwangen Gibbons, so die Wissenschaftler von Conservation International. Die kleinen Affen zählen zu der Gattung der Menschenaffen, sind also eng mit den Gorillas, Orang-Utans und Schimpansen verwandt. Die 450 Tiere sind gleichbedeutend mit zwei Dritteln des kompletten vietnamesischen Bestandes dieser Art.

Aufgrund des (nicht bewiesenem) medizinischen Nutzens ihrer Körperteile und ihrer geringen Größe, die sie für den Tierhandel interessant machen wurden die Weißwangen Gibbons in der Vergangenheit erbarmungslos gejagt. Zudem bedroht sie die immer schneller voranschreitende Zerstörung ihres Lebensraums. Umso erfreulicher die neuerlicher Entdeckung einer so großen Population. “Sie unterstreicht die enorme Bedeutung von geschützten Gegenden als letzte Zufluchtsstätte für dezimierte Spezien“, frohlockte CI-Präsident Russell Mittermeier.

Größte Beliebtheit erfreuen sich die „Kleinen Menschenaffen“ aufgrund ihres romantischen Gemüts; Weißwangen Gibbonpaare bleiben ein Leben lang zusammen und singen sich gegenseitig Ständchen. Sie gelten deswegen als romantischste Spezies aller Primaten.

Naturmode, Quelle: Nolan Peers_flickr

Öko ist nicht nur beim Essen in. Auch bei der diesjährigen Fashion Week Berlin wurde “grüne” Mode erfolgreich präsentiert. Das junge Unternehmen “Hess Natur” hob sich eindeutig von Konkurrenten ab. “Hess Natur” zeigte, dass umweltbewusste Kleidung im Design keine Abstriche machen muss.

Nachhaltig möchten momentan alle sein. Sogar Modeketten wie H&M und C&A nahmen den Trend in ihren Kollektionen auf und bieten seit wenigen Jahren auch Bio-Baumwollen an. Ob das ideelle oder kommerzielle Gründe hat, äußern sich die Marken nicht. Die Öko-Mode befindet sich gerade auf ihrem Höhepunkt. Allein die vielen unterschiedlichen Bezeichnungen deuten darauf hin. “Bio”, “Organic”, “Eco” und “Green” – Kleidung hängt nun in den Stores.

Der Chefökologe bei Hess Natur befasst sich schon seit Jahren mit nachhaltigen Textilien. Während der Berliner Fashion Week besuchte er den “Green Showroom” im Hotel Adlon und hielt dort einen Vortrag über “Ethical Fashion”. Er zeigte sich darüber begeistert, dass nun es so viele Öko-Labels gebildet haben, die sich mit Nachhaltigkeit auseinander setzen. Nicht nur das Angebot steigt, sondern die Nachfrage nimmt jährlich zu. Musste man früher auf kreative Details verzichten, gibt es nun genügend Textilien, aus denen man auswählen kann.

Die Gründungsgeschichte des Unternehmens liegt in den 70er Jahren zurück. Damals entschied sich Heinz Hess gemeinsam mit seiner ehemaligen Frau, dass ihr Sohn gesund aufwachsen soll. So entstanden die ersten Kleidungsstücke. Heute lebt der Sohn Matthias in Peru und versorgt das Unternehmen von dort aus mit Alpakawolle und Pima-Baumwolle. Inzwischen kann die Marke mit guten Zahlen glänzen. 100% Bio-Baumwolle, 80% Bio-Leinen und 80% Seide verwertet das Hess Natur für die Kleidungsstücke.

Kreativ wird Hess Natur von den drei Designern Miguel Androver, Eviana Hartmann und der Künstlerin Clodgah geführt. Inzwischen hat das Team einen eigenen Rhythmus gefunden. Im Frühjahr 2012 wird Hess Natur einen Award über 25.000 Euro an Nachwuchsdesigner verleihen.

Natürliche Heilpflanze: Thymian, Quelle: CT Arzneimittel GmbH_flickr

„Viele Wege führen nach Rom“. Der Spruch ist altbekannt und gilt in vielen Bereichen. Auch in der Medizin spielt er eine Rolle. Denn bei wem pharmazeutisch-industrielle Medikamente nicht mehr helfen, der greift oft und gern auf gute und bewährte Hausmittelchen zurück. Diese sind uns auch bekannt als Homöopathie. Der Grundgedanke der Homöopathie wurde im 19. Jahrhundert von Samuel Hahnemann, einem deutschen Arzt, festgelegt. Er erscheint zunächst etwas seltsam: „Wähle, um sanft, schnell, gewiß und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfall eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden erregen kann als sie heilen soll.“

Man soll also Mittel verwenden, die ähnliche Symptome hervorrufen, wie sie zu heilen vermögen. Diese sogenannte Ähnlichkeitsregel entdeckte Hahnemann 1790 bei einem Selbstversuch an sich selbst. Er stellte fest, dass Chinawurzel, ein im Kampf gegen Malaria bewährtes Mittel, ähnliche Symptome wie Malaria selbst auslöste.

Heute werden Arzneimittel verwendet, die ultrastark verdünnt sind. Man gewinnt die grundliegenden Substanzen aus Pflanzen, Tieren und Mineralien. Die Menge spielt hierbei jedoch keine Rolle. Es soll lediglich ein Reiz ausgelöst werden, welcher die Selbstheilungskräfte wieder aktiviert. Kann im erkrankten Organismus dies nicht mehr erfolgen, so hat die Homöopathie ihre Grenze erreicht. Es wird grundsätzlich nur ein Medikament mit nur einem Wirkstoff verschrieben. Jedoch wird dieses nicht unbedingt nach der Symptomatik verordnet, sondern eher nach individuellen Gesichtspunkten. So kann es sein, dass mehrere Patienten zwar die selbe Diagnose gestellt bekommen, jedoch unterschiedliche Medikamente verabreicht kriegen. Homöopathie kann immer dann helfen, wenn etwas ge- aber nicht zerstört ist. Sie hat in vielen Gebieten der Medizin Einzug gefunden, vor allem in der Frauenheilkunde. Dies mag daran liegen, dass Frauen der Kraft der Natur grundsätzlich mehr vertrauen als Männer und offener für neue Heilungsmethoden sind.

Anti-Atomkraft-Demo Hamburg, Quelle: Die4me_flickr

Dies ist die Geschichte einer Frau, die eine moderne Kriegerin ist. Aufgewachsen ist sie in Orléans, so wie die berühmte Jungfrau Jeanne d´Arc. Und dieser gleicht sie: sie kämpft für ihre Ziele, hat einen schier unbrechbaren Willen und ist dabei stets selbst in Gefahr.

Cécile Lecomte saß als kleines Mädchen immer auf dem Schrank, wenn sie ihre Hausaufgaben machte. Schon damals war ihr Drang, nach „oben“ zu kommen, größer als alles andere. Mit sieben Jahren begann das Mädchen im Verein zu klettern, erreichte von da an täglich luftige Höhen und wurde sogar mit 16 Jahren französische Jugendmeisterin. Ihre Mutter unterstützte sie, an den Wochenenden und in den Ferien fuhren die beiden zum Klettern in die Alpen.

Cécile nutzt ihre Begabung, um für den Umweltschutz zu demonstrieren. Sie klettert „für eine bessere Welt.“ Ihre Vorstellungen von dieser besseren Welt sind eindeutig: keine genmanipulierten Felder, keine Atomkraftwerke, eine geschützte, intakte Natur.

Das „Eichhörnchen“, so wird sie von der Presse gern genannt, wohnte bereits wochenlang auf Bäumen, um zerstörerische Aktionen zu verhindern. In Dresden protestierte sie so gegen den Bau einer Brücke durch das Elbtal.

In Hamburg hing sie sich kopfüber an die Fassade des Energiekonzernes Vattenfall, um die Atomkraft zu stoppen. Auf ihren Plakaten stand: „Gau-Roulette: Tschernobyl, Fukushima, Krümmel?“

Ihre Proteste verlaufen jedoch stets friedlich. Sie sei, das betont Cécile auf das Schärfste, „nie bereit, Gewalt anzuwenden oder andere Menschen zu gefährden.“

Während sich andere Menschen vor Höhe fürchten, hat Cécile „Bodenangst“. Der Grund: sie leidet an chronischem Rheuma, unheilbar. Die Krankheit mildert sie mit Cortison, oft ist sie während Aktionen völlig zugepumpt mit Schmerzmitteln. Das Klettern hilft ihr, die Krankheit zu vergessen, das Adrenalin ist ihr natürlicher Schutzmantel gegen die Schmerzen.

Ein hoher Preis, den sie zahlt, um die Welt zu verbessern.

Copyright 2010 @ tt-tus-otterbach.de
Designed by : Carbon Neutral       Coded by: TOS