Weißwangen-Gibbon, Quelle: grendelkhan_flickr

Ein lautes morgendliches Rufen und Brüllen aus der Ferne ließ eine Gruppe von Forschern im dichten Urwald Nord Vietnams aufhorchen. Wollten sie zunächst ihren Ohren nicht trauen wurde die zaghafte Hoffnung auf einen Sensationsfund bald zu Gewissheit. Dort, im geschütztem Dschungel, lebte eine 450 – köpfige Population der fast ausgestorbenen Weißwangen Gibbons, so die Wissenschaftler von Conservation International. Die kleinen Affen zählen zu der Gattung der Menschenaffen, sind also eng mit den Gorillas, Orang-Utans und Schimpansen verwandt. Die 450 Tiere sind gleichbedeutend mit zwei Dritteln des kompletten vietnamesischen Bestandes dieser Art.

Aufgrund des (nicht bewiesenem) medizinischen Nutzens ihrer Körperteile und ihrer geringen Größe, die sie für den Tierhandel interessant machen wurden die Weißwangen Gibbons in der Vergangenheit erbarmungslos gejagt. Zudem bedroht sie die immer schneller voranschreitende Zerstörung ihres Lebensraums. Umso erfreulicher die neuerlicher Entdeckung einer so großen Population. “Sie unterstreicht die enorme Bedeutung von geschützten Gegenden als letzte Zufluchtsstätte für dezimierte Spezien“, frohlockte CI-Präsident Russell Mittermeier.

Größte Beliebtheit erfreuen sich die „Kleinen Menschenaffen“ aufgrund ihres romantischen Gemüts; Weißwangen Gibbonpaare bleiben ein Leben lang zusammen und singen sich gegenseitig Ständchen. Sie gelten deswegen als romantischste Spezies aller Primaten.