
Anti-Atomkraft-Demo Hamburg, Quelle: Die4me_flickr
Dies ist die Geschichte einer Frau, die eine moderne Kriegerin ist. Aufgewachsen ist sie in Orléans, so wie die berühmte Jungfrau Jeanne d´Arc. Und dieser gleicht sie: sie kämpft für ihre Ziele, hat einen schier unbrechbaren Willen und ist dabei stets selbst in Gefahr.
Cécile Lecomte saß als kleines Mädchen immer auf dem Schrank, wenn sie ihre Hausaufgaben machte. Schon damals war ihr Drang, nach „oben“ zu kommen, größer als alles andere. Mit sieben Jahren begann das Mädchen im Verein zu klettern, erreichte von da an täglich luftige Höhen und wurde sogar mit 16 Jahren französische Jugendmeisterin. Ihre Mutter unterstützte sie, an den Wochenenden und in den Ferien fuhren die beiden zum Klettern in die Alpen.
Cécile nutzt ihre Begabung, um für den Umweltschutz zu demonstrieren. Sie klettert „für eine bessere Welt.“ Ihre Vorstellungen von dieser besseren Welt sind eindeutig: keine genmanipulierten Felder, keine Atomkraftwerke, eine geschützte, intakte Natur.
Das „Eichhörnchen“, so wird sie von der Presse gern genannt, wohnte bereits wochenlang auf Bäumen, um zerstörerische Aktionen zu verhindern. In Dresden protestierte sie so gegen den Bau einer Brücke durch das Elbtal.
In Hamburg hing sie sich kopfüber an die Fassade des Energiekonzernes Vattenfall, um die Atomkraft zu stoppen. Auf ihren Plakaten stand: „Gau-Roulette: Tschernobyl, Fukushima, Krümmel?“
Ihre Proteste verlaufen jedoch stets friedlich. Sie sei, das betont Cécile auf das Schärfste, „nie bereit, Gewalt anzuwenden oder andere Menschen zu gefährden.“
Während sich andere Menschen vor Höhe fürchten, hat Cécile „Bodenangst“. Der Grund: sie leidet an chronischem Rheuma, unheilbar. Die Krankheit mildert sie mit Cortison, oft ist sie während Aktionen völlig zugepumpt mit Schmerzmitteln. Das Klettern hilft ihr, die Krankheit zu vergessen, das Adrenalin ist ihr natürlicher Schutzmantel gegen die Schmerzen.
Ein hoher Preis, den sie zahlt, um die Welt zu verbessern.