Bio-Lebensmittel, Bio-Friseur und jetzt auch noch Bio-Klamotten. Die Zeichen der Zeit stehen auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Große Marken, wie H&M und C&A, verkaufen mittlerweile schon Bio-Baumwolle. Die Nachfrage an ökologisch-erzeugten Designerklamotten steigt. Hess Natur, ein deutsches Unternehmen, was sich auf die Erzeugung von biologischen Stoffen und auf die Produktion von ökologischen und nachhaltigen Klamotten spezialisiert hat, verfolgt das Ziel gift- und schadstofffreie Mode anzubieten, die keine Schwermetalle und Formaldehyd in sich tragen. Da es mittlerweile eine steigende Nachfrage auf dem Markt gibt, werden auch mehr Rohstoffe nachhaltig und biologisch hergestellt. Dadurch muss es nicht unbedingt mehr kratzen, wenn man einen reinen Baumwollpulli trägt. Heutzutage sind der nachhaltigen Mode keine Grenzen mehr gesetzt. Auch Hess Natur profitiert davon. Schließlich war vor fünf Jahren noch nicht einmal daran zu denken, dass man den Lagenlook aus transparenten Baumwollgewebe chemiefrei designen kann, weil es schlichtweg keine Stoffe gab, die ohne synthetische Verarbeitung hergestellt wurden. Schließlich ist das der Grundsatz des Unternehmens.

Heinz Hess, Gründer des Labels, suchte in den 70er-Jahren für seinen gerade neugeborenen Sohn Matthias nach chemiefreien Babysachen. Dass diese Suche schwer werden würde, wusste Hess, der 2006 gestorben ist, wahrscheinlich selber: Denn in der Zeit, in der kreative Farbkombinationen aus Blau, Pink, Rot, Gelb und Pink dominierten, war eigentlich nichts an nachhaltiger Kleidung auf dem Markt zu finden. Zusammen mit seiner Frau entschied er sich dazu, auf Hautirritationen zu verzichten und lieber nachhaltig entwickelte Kleidung herzustellen. Sein Sohn sollte schließlich gesund aufwachsen. Und nicht nur er. Alle Eltern, die sich wieder auf die Natur und die Gesundheit konzentrieren wollten, sollten davon profitieren. Über die Jahre wuchs so auch die Nachfrage, so dass einst aus einem Keller als Lageraum ein großes Unternehmen wurde – eines der größten in Deutschland auf diesem Gebiet. Dabei profitiert es selbst von einem natürlichen Zyklus: der Geburt. Viele Eltern wollen, dass ihr Kind ohne synthetisch-hergestellte Kleidung aufwächst. Ganz praktisch für neugewordene Mütter ist Hess Natur nebenbei: 95 Prozent der Kunden sind Frauen – das Sortiment sagt nichts anderes – Frau braucht also nicht durch unzählige Läden laufen, bis sie Kleidung für sich und ihr Kind zusammen hat.

Mittlerweile fördert Hess Natur auch junge Designer, die sich der Nachhaltigkeit und der ökologischen Korrektheit verschrieben haben: 2010 schrieb die Firma aus Butzbach den Wettbewerb Humanity in Fahion Award aus, der mit 25.000 Euro dotiert ist und sich an Nachwuchsdesigner richtet.

Naturmode, Quelle: Nolan Peers_flickr

Öko ist nicht nur beim Essen in. Auch bei der diesjährigen Fashion Week Berlin wurde “grüne” Mode erfolgreich präsentiert. Das junge Unternehmen “Hess Natur” hob sich eindeutig von Konkurrenten ab. “Hess Natur” zeigte, dass umweltbewusste Kleidung im Design keine Abstriche machen muss.

Nachhaltig möchten momentan alle sein. Sogar Modeketten wie H&M und C&A nahmen den Trend in ihren Kollektionen auf und bieten seit wenigen Jahren auch Bio-Baumwollen an. Ob das ideelle oder kommerzielle Gründe hat, äußern sich die Marken nicht. Die Öko-Mode befindet sich gerade auf ihrem Höhepunkt. Allein die vielen unterschiedlichen Bezeichnungen deuten darauf hin. “Bio”, “Organic”, “Eco” und “Green” – Kleidung hängt nun in den Stores.

Der Chefökologe bei Hess Natur befasst sich schon seit Jahren mit nachhaltigen Textilien. Während der Berliner Fashion Week besuchte er den “Green Showroom” im Hotel Adlon und hielt dort einen Vortrag über “Ethical Fashion”. Er zeigte sich darüber begeistert, dass nun es so viele Öko-Labels gebildet haben, die sich mit Nachhaltigkeit auseinander setzen. Nicht nur das Angebot steigt, sondern die Nachfrage nimmt jährlich zu. Musste man früher auf kreative Details verzichten, gibt es nun genügend Textilien, aus denen man auswählen kann.

Die Gründungsgeschichte des Unternehmens liegt in den 70er Jahren zurück. Damals entschied sich Heinz Hess gemeinsam mit seiner ehemaligen Frau, dass ihr Sohn gesund aufwachsen soll. So entstanden die ersten Kleidungsstücke. Heute lebt der Sohn Matthias in Peru und versorgt das Unternehmen von dort aus mit Alpakawolle und Pima-Baumwolle. Inzwischen kann die Marke mit guten Zahlen glänzen. 100% Bio-Baumwolle, 80% Bio-Leinen und 80% Seide verwertet das Hess Natur für die Kleidungsstücke.

Kreativ wird Hess Natur von den drei Designern Miguel Androver, Eviana Hartmann und der Künstlerin Clodgah geführt. Inzwischen hat das Team einen eigenen Rhythmus gefunden. Im Frühjahr 2012 wird Hess Natur einen Award über 25.000 Euro an Nachwuchsdesigner verleihen.

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